Hochvorschubfräsen: maximale Zerspanleistung bei minimalem Energieverbrauch
Standen bei der spanenden Fertigung bisher vor allem hohe Zerspanleistung, kurze Bearbeitungszeiten und Prozesssicherheit im Vordergrund, gewinnt aufgrund steigender Kosten auch die Energieeffizienz von Prozessen an Bedeutung. Entscheidenden Einfluss hat hier die Frässtrategie. Speziell für Bearbeitungsaufgaben mit sehr hoher Abtragsrate, zum Beispiel bei der Schruppbearbeitung im Werkzeug- und Formenbau, hat sich das Hochvorschubfräsen oder High Performance Cutting etabliert. Mit neu entwickelten Wendeplattengeometrien ermöglicht es LMT Fette, die hohen Zerspanleistungen auch bei minimalem Energieverbrauch zu erzielen.
Im Unterschied zur Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (Highspeed Cutting, HSC), die sich besonders bei der Finishbearbeitung durch eine ausgezeichnete Oberflächengüte auszeichnet, steht beim High Performance Cutting (HPC) das Zeitspanvolumen im Vordergrund.
Frässtrategie HPC: volle Kraft bei halber Maschinenleistung
Das Hochvorschubfräsen zeichnet sich nicht nur durch hohe Abtragsleistung, sondern vor allem durch seine Energieeffizienz aus. So können Anwender beispielsweise mit annähernd halbierter Antriebsleistung das gleiche Zeitspanvolumen wie beim Fräsen mit Rundwendeplatten erreichen. Der Weg zu höherer Produktivität führt also nicht notwendigerweise über eine neue Maschine, sondern gelingt auch über leistungsfähigere Werkzeuge, wie ein Praxisbeispiel zeigt.

- Vergleich der Standzeiten von XCNT...EN und XCNT...SN
Sechsfache Standzeit bei Vergütungsstahl
Für rostfreie Stähle und Vergütungsstähle mit normaler Festigkeit, für langspanende Werkstoffe sowie für Titanlegierungen hat LMT Fette die neue Wendeplatte XCNT…EN entwickelt.
Das besondere Merkmal dieser Wendeplatte ist die muldenförmig ausgelegte Spanfläche, die mit einer Schneidkantenverrundung im µ-Bereich kombiniert wurde. Die Schneidengeometrie ist somit relativ scharf ausgebildet und unterscheidet sich damit von der LMT-Hochvorschubplatte XCNT…SN. Diese verfügt über eine breite, negative Schutzfase und ist für den Einsatz auf leistungsstarken Maschinen vorgesehen.
Beide genannten Wendeplatten wurden im Praxiseinsatz verglichen. Als Werkzeug wurde ein Hochvorschubfräser vom Typ MultiEdge 4Feed mit 42 Millimetern Durchmesser und vier Wendeplatten, Plattengröße 09, eingesetzt. Die Schnittgeschwindigkeit war 200 Meter/Minute und die Vorschubgeschwindigkeit 6.070 Millimeter/Minute. Schnitttiefe beziehungsweise Schnittbreite betrugen ein und 25 Millimeter.
Bei der Bearbeitung einer Matrize aus Vergütungsstahl erreichte die neue Wendeplatte eine sechsfache Standzeit gegenüber der Vergleichsplatte. Neben der Mehrleistung profitierte der Anwender auch von niedrigeren Werkzeugkosten, denn die neue Platte ist nicht teurer als die alte. Für weitere Informationen über das Werkzeugangebot der LMT zum Hochvorschubfräsen wenden Sie sich bitte an Jana Siouzou: JSiouzou@lmt-tools.com.
