LMT Verzahntage – Zeit, dass sich was dreht
Blick in die Zukunft der Zahnradproduktion
Haben Getriebe eine Zukunft? Braucht die Industrie überhaupt noch neue Schneidstoffe? Sind maßgeschneiderte Werkzeugbeschichtungen ein Marketingtrick oder bieten sie einen echten Mehrwert?
Diese und viele andere Fragen diskutierten am 22. und 23. Juni mehr als 80 Getriebe- und Zahnradspezialisten während den LMT-Verzahntagen in Schwarzenbek. Einig waren sich die Experten vor allem in einem: So vielfältig die Anforderungen auch sein mögen, die Zahnradproduktion der Zukunft muss flexibler und effizienter werden.
Nach der Begrüßung durch die LMT-Geschäftsführer Matthias Rommel und Alessandro Telesio, eröffnete Professor Bernhard Karpuschewski von der Universität Magdeburg die Tagung mit der Frage, ob im kommenden Zeitalter der Elektromobilität Getriebe noch eine Zukunft haben. Der Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung (IFQ) legte aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Branchen kenntnisreich und unterhaltsam dar. Überall spielen Getriebe eine entscheidende Rolle – und zwar nicht nur bei der Kraftübertragung im Automobil, sondern beispielsweise auch bei der Energieerzeugung. Um die Zukunft der Zahnräder muss einem also nicht bange sein, selbst wenn sich die Anforderungen ändern.
Welche Rolle die Schneidstoffe bei solchen Veränderungen spielen, beschrieb Peter Deutscher von Boehler Edelstahl. Wer glaubte, das Ende der Geschichte bei der Schneidstoffentwicklung sei bereits erreicht, konnte sich während des historischen Abriss des österreichischen Experten leicht vom Gegenteil überzeugen.

- Viele Gäste nahmen an den Vorführungen während der Verzahntage teil.
Dass Beschichtungen dabei eine zentrale Rolle spielen werden, davon gab sich Dr. Andreas Lümkemann überzeugt. Der promovierte Physiker ist Entwickler bei Platit, dem Spezialist für PVD-Anlagen, und fragte provokant, ob maßgeschneiderte Beschichtungen ein Marketingtrick seien oder einen echten Mehrwert böten. Seine Antwort war so einfach wie überzeugend: Nur weil maßgeschneiderte Schichten einen Mehrwert bieten, eignen sie sich überhaupt erst für das Marketing. Die Fakten aus zahlreichen Praxisprojekten, die Dr. Lümkemann präsentierte, dürften auch den letzten Kritiker überzeugt haben.
Die Praxis stand dann auch im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms. Nach einem kurzen Blick in die Entwicklungsgeschichte des neuen LMT-Wälzfräserschneidstoffs SpeedCore durch Devrim Caliskanoglu (Boehler Edelstahl), Dr. Friedrich Momper (LMT) und Dr. Oliver Winkel (Liebherr-Verzahntechnik) konnten die Besucher live von der Leistungsfähigkeit der neuen Wälzfräsergeneration überzeugen. Auf einer Liebherr-Verzahnmaschine, die das Unternehmen eigens zur Verfügung gestellt hatte, wurden Zahnräder in einer Geschwindigkeit produziert, die mit einem gewöhnlichen PM-HSS-Schneidstoff nicht zu erreichen ist. Eine weitere Besonderheit: Maschine und Prozess bleiben unverändert. Es reicht, den alten Wälzfräser gegen den SpeedCore auszutauschen.
Aus diesem Grund machte LMT den Besuchern der Verzahntage auch ein Angebot, das diese nur schwerlich ablehnen können: Falls es einem Anwender in der Praxis nicht gelingt, die Schnittgeschwindigkeit beim Wälzfräsen mit einem SpeedCore-Wälzfräser um mindestens 30 Prozent zu steigern, nimmt die LMT ihn kostenfrei wieder zurück!
