Eine Klasse für sich

Steigt die Zahl der produzierten Pkws an, nimmt auch die Nachfrage nach Zahnrädern rasant an Fahrt auf. Aber wie lassen sich bei Zulieferunternehmen neue Kapazitäten in der Zahnradproduktion erschließen – und gleichzeitig die Produktionskosten für ein Bauteil minimieren? Eine Möglichkeit demonstrieren die Verzahnungsexperten von LMT Tool Systems bei dem Kunden Stelter Zahnradfabrik. Allein durch den Einsatz des neuen SpeedCore-Wälzfräsers konnte Stelter neue Kapazitäten an einer Anlage freisetzen.

SpeedCore im Einsatz

Dass die Herstellung von Zahnrädern eine Sache von höchster Präzision ist, wissen die Spezialisten bei Stelter seit Jahrzehnten. Zu den Kunden gehören internationale Unternehmen aus der Industrie, der Energiewirtschaft und dem Automotive-Bereich. Ganz unterschiedliche Produkte vom riesigen Zahnrad für Windkraftgetriebe bis zum kleinsten Rädchen mit nur acht Millimetern Durchmesser entstehen dabei am Standort in Bassum bei Bremen. Gemeinsam haben die Bauteile allerdings den Anspruch von Stelter: Mit Hightech und spezifischem Know-how wird eine Null-Fehler-Strategie sichergestellt. Die zulässigen Toleranzen in der Produktion sind für jedes einzelne Zahnrad minimal.

Werkzeuge im Mittelpunkt

In diesem Zusammenhang werden auch die eingesetzten Verzahnungswerkzeuge bei Stelter einer besonderen Prüfung unterzogen. Den hohen Qualitätsanspruch müssen sie genauso erfüllen wie Forderungen nach einer effizienten und schnellen Produktion. So testeten die Produktionsplaner bereits frühzeitig den im Juni 2011 vorgestellten SpeedCore-Wälzfräser von LMT Fette in Versuchen und prüften seine Leistungsfähigkeit. Immerhin war das Leistungsversprechen der Werkzeugexperten von LMT im Vorfeld erstaunlich: Durch deutlich höhere Schnittgeschwindigkeiten können Anwender die Produktivität bei der Herstellung von Zahnrädern um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu Wälzfräsern aus pulvermetallurgisch hergestelltem Schnellstahl steigern. Möglich macht dies ein neuer Schneidstoff, der den Kern des Wälzfräsers bildet und weitaus höhere Schnittgeschwindigkeiten zulässt, so die Angaben der LMT-Entwickler.

Massive Produktivitätssteigerung

Wurden die Angaben beim Kunden bestätigt? „Absolut“, erklärt Karl-Heinz Wilkens, Fertigungstechnologe bei Stelter. „Diese enormen Leistungsdaten zeigten sich auch in den Tests bei der Produktion eines Zahnrads mit Modul 1,71.“ Gegenüber einem vorher eingesetzten PM-HSS-Werkzeug ließ sich die Schnittgeschwindigkeit von 150 auf 225 Meter pro Minute erhöhen. Die Fräszeit pro Werkstück sank damit von 0,54 auf 0,35 Minuten ab. „Wenn Sie bedenken, dass dieses Zahnrad in riesigen Losgrößen produziert wird und die Anlage dabei an sechs Tagen in der Woche 24 Stunden lang in Betrieb ist, lässt sich erahnen, welche Möglichkeiten der SpeedCore-Wälzfräser eröffnet. Es können am Ende auf der gleichen Maschine im gleichen Zeitraum deutlich mehr Zahnräder produziert werden“, ergänzt Torsten Oellers, Anwendungstechniker Verzahnen bei LMT Fette. 

Aufbereitung und Wiederbeschichtung bei LMT

Für die Produktion von Zahnrädern verfügt LMT über ein komplettes Systemangebot. Dazu gehören auch das spezifische Engineering sowie Serviceangebote. Mit Standorten in Deutschland, den USA und China garantiert LMT weltweit die Wiederaufbereitung von Wälzfräsern in Original-Herstellerqualität. Auch Stelter greift auf dieses Know-how zurück: Die bei den Zahnradexperten im Einsatz befindlichen SpeedCore-Wälzfräser werden bei LMT Fette in Schwarzenbek bei Hamburg wiederaufbereitet und beschichtet. „Das Systemangebot passt perfekt zu den Möglichkeiten des SpeedCore-Wälzfräsers“, erklärt Thomas Falk, Leiter Segment Verzahnen bei LMT Tool Systems abschließend. „Gerade wenn es darum geht, das Potenzial einer Zahnradproduktion voll auszuschöpfen und Produktionsmengen zu erhöhen, sind seine Möglichkeiten einzigartig. Die gestiegene Nachfragesituation in vielen Branchen eröffnet SpeedCore deshalb auch Marktchancen.“